Achter Tag - Jüdisches Museum by Jürgen Foerst

Heute wurde mir besonders bewusst, wie wertvoll es ist, viel Zeit in dieser Stadt zu haben. Ein großer Teil der Besucher hetzt innerhalb eines Wochenendes an den Sehenswürdigkeiten vorbei. Die neuartigen Selfiestativstangen (selfie-stick) helfen dabei, sich rasch vor den Hotspots zu verewigen. Es ist ein beeindruckendes Kulturphänomen, wie Menschen durch die "Geschwister" Tourismus und Fotografie Städte erfahren und sich diese zu eigen machen. Wir hatten heute viel Zeit um uns intensiv dem jüdischen Viertel zu widmen. Herausragend war der Besuch im jüdischen Museum, welcher uns ein großes Stück näher an die jüdische Kultur im allgemeinen und die römisch-jüdische Geschichte im speziellen gebracht hat. Der Antisemitismus nimmt in Rom leider schleichend zu und es gibt viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Von 35.000 Juden in Italien leben allein in Rom 13.500. Die Juden haben seit der Antike ihre Identität bewahrt, eine vielfältige Kultur der Religiosität, aber auch der Erinnerung, Ethik und Tradition am Leben gehalten. Wir haben heute viel über jüdische Festtage und Feiern gelernt, so z.B. den Shabbat, Rosh Hashanah und Yom Kippur. Der heutige Input war wirklich Gold wert und wir werden den Besuch in guter Erinnerung behalten. Jüdische Kultur ist wirklich hochinteressant. Anschließend waren wir passend zum Viertel koscher essen und es war köstlich. Jüdische Dips und Pickles mit ungesäuertem Brot. Anschließend Couscous mit zartestem Rindfleisch. Später haben wir grandiosen Cappuccino, Pantheon, Hadrianstempel und leckere Aperitivi genossen. Ein durchweg gelungener Tag!  

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Tag 7 in Rom by Jürgen Foerst

Plangemäß haben wir unseren Spaziergang heute fortgeführt. Die enorme Hitze in den Straßen der Stadt hat uns in die schattigen Teile des Gianicolo Hügel gedrängt. Von oben hatten wir einen imposanten Blick über Rom und es war ein entspannter und ruhiger Tag. Die Brunnen, die überall in der Stadt verteilt stehen haben hervorragende Trinkwasserqualität und sind gerade sehr notwendig. 

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Bella Roma Tag 6 by Jürgen Foerst

Das fleißige Tagesplanungteam hat heute morgen vorgetäuscht, etwas zum Gelingen des Tages beizutragen. Dabei hat die wahre Stadtführerin später die komplette Navigation übernommen und einen wunderschönen Spaziergang durch das Trastevere Viertel angeführt. Zum Mittagessen haben wir heute Pizza und Pasta entsagt und dafür Baba Ganoush, Couscous und andere arabische Köstlichkeiten zu uns genommen. Auf unserem Spaziergang sind uns Skelette auf Tafeln begegnet, welche uns mit dem Memento Mori konfrontiert haben und gleichzeitig zu einer "lohnenden" Spende aufgerufen haben. Keine gute Theologie wenn man so sagen darf. Allgemein sind die Methoden des Geldverdienens in Rom mehr als fragwürdig. Der Dreistigkeit sind keine Grenzen gesetzt. Ob es das direkte Anlegen von nie gewünschten Plastikbändchen ist, die Psychotour der vorgetäuschten Schenkung an unsere kleine Tochter oder lebensechte Kunstkatzen, welche plötzlich vor einem auf dem Tisch stehen und tanzen und singen. Plastikpriester mit wedelnden Penissen und Klofeuerzeuge. Letztlich ist es ja der Geschmack der Touristen, welcher das Angebot und dessen Abartigkeit formt. Rom ist und bleibt neben dem oder gerade aufgrund des Kulturreichtums eine Kommerzhölle. Nach meiner wunderschönen Frau war das ästhetische Highlight des Tages die künstlerisch außergewöhnlich hochwertigen Mosaiken in der Apsis der Kirche Santa Maria in Trastevere. In der Darstellung gab es sehr viel zu entdecken. Neben den vier Evangelisten waren es vor allem auch die rahmenden Persönlichkeiten außerhalb der Halbkuppel, welche eine Besonderheit darstellten. Auf der linken Seite der alttestamentliche Prophet Jesaja mit Vers 7:14: "Ecce Virgo concipiet et pariet Filium" was bedeutet "Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären". Hierüber liese sich noch vieles sagen und wir waren wirklich begeistert von dieser besonderen Kirche. Sie hatte durch die Mosaiken eine Qualität, welche die anderen überladenen barocken Gotteshäuser nicht besitzen. Morgen werden wir unseren Spaziergang durch Trastevere, dem Viertel "trans Tiberim" - jenseits des Tiber fortsetzen. 
 

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Fünfter Tag // Villa Borgese und belüftete Füße by Jürgen Foerst

Der kleine Abstecher herauf zur Villa Borgese hat sich trotz Hitze richtig gelohnt. In dem schönen grünen Park saßen wir mit kühlem Wasser direkt vom Brunnen unter den Bäumen bei einem angenehmen Lüftchen. Später waren wir etwas shoppen und haben endlich Sandalen für Diane gefunden. Sie hatte in den geschlossenen Schuhen immer sehr geschwitzt und es war wirklich nicht einfach einen Laden zu finden, welcher die hohen Ansprüche unserer Tochter befriedigen konnte. Aber glücklicherweise waren wir heute erfolgreich. Rom ist eine faszinierende Stadt. Man hüpft von Platz zu Platz und hat immer das Gefühl, dass man noch viel tiefer in ihre Geschichte hineinblicken müsste. Es ist kaum zu glauben, wieviele Kirchen es hier gibt. Manchmal hat man das Gefühl, dass es keinen Standort gibt, von dem aus man nicht eine Kirche sehen kann. Eine Frage ist uns heute plötzlich durch den Kopf geschossen. Wie würde Rom heute aussehen, wenn nicht vor 2000 Jahren der jüdische Wanderprediger Jesus von Nazareth eine neue Bewegung im römisch besetzten Palästina in Gang gebracht hätte? Diese Bewegung hat sich trotz jahrhundertelanger Verfolgungen nach Jesu Auferstehung immer mehr etabliert, um letztlich mit der konstantinischen Wende im Jahre 380 zur Staatsreligion des Römischen Reiches aufzusteigen. Dass aus einer kleinen jüdischen Sekte das Christentum zur wichtigsten Religion des Imperium Romanum  aufsteigen würde. Dies hat die Welt für immer verändert. Welche Kraft und Überzeugung muss durch die Briefe und Evangelien der frühen christlichen Urgemeinden auf die Menschen gewirkt haben. Wahrheiten wie die Gleichheit aller Menschen, Gleichberechtigung und Unterstützung von Frauen ( Jüngerinnen, Zeuginnen, Apostelinnen ) und die Aufgabe einer aristokratischen Elite im philosophischen Denken sind einige davon. Diese revolutionären Werte haben sich immer weiter durchgesetzt. Aber allmählich haben sich auch gewisse bestehende Machtverhältnisse verändert und unter neuem Namen formiert. Die Kirche war geboren.

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Vierter Tag // Vatikanische Museen und elf Hundewelpen by Jürgen Foerst

Das Unfassbare ist geschehen. Heute Mittag sind wir mit unwohlem Gefühl Richtung Vatikanische Museen aufgebrochen. Da der Papst mittwochs eine Audienz halten würde war mit Unmengen Touristen zu rechnen. Es war eigentlich wahnsinnig, überhaupt loszugehen. Bei dieser Gelegenheit sollte die durchschnittliche Tagesbesucherzahl von 30.000 Menschen sicherlich übertroffen werden. Wir erwarteten realistische 2 Stunden Wartezeit. Jedoch kam alles anders. Wie auf Adlerflügeln wurden wir dank Buggy mit darin befindlichem Kleinkind an der monströsen Schlange vorbeigelotzt. Es hörte nicht auf. Wir überholten hunderte Menschen. Plötzlich stehen wir in der Eingangshalle. Dank belissima bebè ab in den Fahrstuhl, den Massen entsagend - an der Kasse. Wow. Wir hätten nie gedacht wie vorteilhaft Diane für Museumsbesuche sein kann. Dafür kennt Diane nun höchst interessante Götter wie Anubis und Sekhmet. Auch das Mumifizieren und ägyptische Symbole sind nun hoffentlich keine Rätsel mehr. Die ägyptische Sammlung war sehr beeindruckend. Sie ist auch deshalb von großem Interesse, da das alte Testament in direktem Austausch mit der ägyptischen Weltanschauung steht und mit deren Götterverehrung konkurriert. Somit war der heutige Tag eine passende Ergänzung zur aktuellen Lektüre von Rolf Rendtorrfs Theologie des Alten Testaments. Museen sind trotz allem Glück sehr anstrengend. Man legt große Strecken zurück und das Stehen und Betrachten ist nicht minder anstrengend. Gute Cappuccinos ermöglichten den fließenden Übergang ins Trastevere Viertel ohne Mittagspause. Dort hat Diane zum ersten Mal frittierte Octopusse verspeist. Sie fand diese köstlich. Krönender aber auch mitleidserregender Abschluss des Tages war die Begegnung mit einigen sehr herzlichen Obdachlosen, denen wir hoffentlich etwas Hoffnung geben konnten. Die Hündin mit elf Welpen hat Dianes Rinderbrei im Gläschen bekommen und einiges vom Kiosk, damit sie durchkommt.

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Rom Teil 3 by Jürgen Foerst

Unseren gestrigen Tag beendeten wir an der spanischen Treppe mit ganz weichem Licht. Heute war es extrem heiß. Im Forum Romanum waren wir sehr auf den Schatten angewiesen. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie die Römer gelebt haben bevor sie groß expandiert haben. Oben über dem Forum saßen wir auf dem Platz, den Marc Aurel von Michelangelo hat kreieren lassen. Er ist schön geworden, wir saßen jedoch vor allem gerne da weil es Schatten gab. Shoppen gehen wir übrigens nie, das würde unser Kulturprogramm zeitlich nicht hergeben. Aber manchmal liegt in Rom eben nur im Wein Wahrheit. Ansonsten blieben wir unseren Hauptbeschäftigungen treu. Es gibt sehr faszinierende Kirchen in Rom. Meistens überladen geschmückt, wie es der Barock nun mal so will, aber trotzdem klasse. Die Preisspanne für Cappuccino beträgt 1-5€, oft sind die günstigen die besten. Alles über 3€ ist Touristenabzocke.

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Fotografische Reise durch Rom by Jürgen Foerst

Fortsetzung wegen Übersichtlichkeit in neuem Blogpost 

http://juergenfoerst.com/blog

 

 

Was für ein Powertag. Trotz gestriger Flasche Rosé waren wir heute sehr fleißig und haben den ganzen Tag hauptsächlich drei Dinge getan. Kirchen angeschaut, Cappuccino verkostet und Eis geschleckt. Diese Dreierkombination hat uns viele Kilometer durch die Stadt geführt. Die Römer machen unglaublich leckeren Kaffee. Und auf ihr Eis sind sie auch nicht zu Unrecht stolz. Nebenher haben wir noch zwei deutsche Mönche kennengelernt, Vintageläden durchstöbert, aus römischen Brunnen Trinkwasser zur Erfrischung zu uns genommen und Touristen beobachtet, welche sich mit neuartigen Selfie-Handstativen selbst verewigt haben. Es lebe das Ich! Heute Abend waren wir noch kurz im jüdischen Viertel und aßen dort zu Abend. Diane hat dort Freundschaft mit zwei israelischen Buben geschlossen. Die Israelis sind sehr herzliche Leute.

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Die Zeit rast. Gerade noch befand ich mich am Weihnachtsabend bei meinen Eltern. Es war ein wunderbarer Abend. Krönender Moment war jedoch die Geschenkrolle, die ich von meiner Frau überreicht bekam. Eine große analoge Fotografie der Fontana del Moro, Piazza Navona. Wunderbar. Ich bin begeistert. Wir gehen dieses Jahr wieder nach Rom. Eine Bedingung ist auf der Bildrückseite vermerkt: *erst gültig, wenn Diane laufen kann.

Und schon ist es soweit. Die Reise steht bevor. Unsere kleine Tochter gedeiht so sagenhaft gut. Sie ist eine gesunde und ausgeglichene Frohnatur. Es gibt kein größeres Glück, als dass Liebe mit solch einem kleinen Menschen erweitert wird. Eine Dreieinigkeit sozusagen. Eine Erweiterung des Liebesbegriffs. Ich bin glücklich, dass wir Diane diese tolle Stadt zeigen können. Selbstverständlich werden wir auch dieses Mal in unserer Lieblingsstadt Bilder machen. Letztes Mal haben wir noch analog durch ein M-Summicron auf Kodachrome belichtet. Dieses Mal soll das digitale Bildverfahren an der Reihe sein. Und dieses hat einen entscheidenden Vorteil. Wir können unsere Liebsten und die Welt da draussen an unserer Reise teilhaben lassen. Dank Eye-fi Wireless SD-Karte können ausgesuchte Bilder direkt von der Kamera aufs Smartphone übertragen werden und von dort aus gelangen sie hier auf den Blog. Willkommen in der Zukunft meine Damen und Herren. Wir freuen uns, wenn Ihr uns begleitet und ab und an hier reinschaut.  

Wir sind heute gut in Rom angekommen. Diane hatte sehr Angst während des Flugs. Sie hat sich mit aller Kraft an den Baba gekrallt. Nach kurzer Zeit ist sie dann zum Glück eingeschlafen. Sie hat wirklich super geholfen, diesen doch stressigen Anreisetag angenehm zu halten. Unser Apartment liegt in einem ganz wunderschönen Viertel. Meine beiden Mädchen schlafen nun schon. Morgen haben wir viel vor. Einige erste Eindrücke von heute Abend aus dem Viertel.

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Zweifel in budapest und eine Leica M6 by Jürgen Foerst

Ich habe mich entschlossen, einige Storys zu erzählen, die schon ein Weile zurückliegen. Im Rahmen eines Seminars an der Hochschule für Gestaltung (HfG) hatte ich 2010 das große Glück, an einer Exkursion nach Budapest teilzunehmen. Dabei ist eine fotografische Serie von 9 Bildern entstanden. Ich werde bald erklären, welche Rolle dabei die Psyche, eine Leica M6 und alte Meister wie Henri Cartier-Bresson und Garry Winogrand spielen. Ausserdem werde ich einige Worte zum mittlerweile antiquierten Diapositivfilm Fuji 400X verlieren. Hier ein erstes Teaserbild.

 

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